Verbindung hergestellt.connected.
num: 30016
------------------------- GRUPPE: de.sci.mathematik FROM : Rainer RosenthalDATE : Wed, 1 Apr 2026 23:49:14 +0200 TEMA : Re: Wie sind Intervalle definiert? // TH07 Definition --------------------------------------------- Am 26.03.2026 um 01:08 schrieb Marc Olschok: > > ... aus z.B. der Nichtexistenz von sup(I) kann > man i.A. nicht folgern, dass I nach oben unbeschränkt ist. > Man nehme etwa die Menge > L = { 1/n, -1/n | 0 < n in N } mit der aus Q geerbten linearen Ordnung > und > I = { -1/n | 0 < n in N }. > Der Knackpunkt ist hier, dass der Wert 0 nicht als 1/n oder -1/n schreibbar ist. Das ähnelt der klassischen Dedekind-Situation, in der der Wert sqrt(2) nicht als rationale Zahl vorliegt. Dort führt die "Tabu-Gleichung" x^2 = 2 auf den Schnitt (A|B) mit den Schnittmengen A = {x in Q | x < 0 oder x^2 < 2} und B = {x in Q | x > 0 und x^2 >= 2}. Es existiert dann sup(A) nicht in Q, wohl aber in einer Vervollständigung von Q, in der der Schnitt (A|B) realisiert ist, z.B. in V(Q) = R. In ähnlicher Weise betrachte ich in der Menge L die "Tabu-Gleichung" (x+1)^2 = 1 zur Schnitt-Bildung (A|B) mit A = {x in L | (x+1)^2 < 1} und B = {x in L | (x+1)^2 >= 1}. Dann ist I = A < B, d.h. I ist nach oben beschränkt, aber es existiert sup(A) nicht in L, wohl aber in der um den Schnitt (A|B) erweiterten Vervollständigung von L zu V(L). Ich bin zwar ein wenig stolz auf das lustige Tabu-Polynom (x+1)^2, bin mir aber bei der sauberen ordnungstheoretischen Einordnung meiner Erfindung etwas unsicher. Ich finde das Thema weiterhin faszinierend und freue mich über Klärung. Gruß, Rainer Rosenthal r.rosenthal@web.de head: