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------------------------- GRUPPE: de.sci.mathematik FROM : Rainer RosenthalDATE : Thu, 5 Mar 2026 21:01:37 +0100 TEMA : Behaupten und Beweisen // TH3 ex falso quodlibet --------------------------------------------- Der Klassiker zu "ex falso quodlibet" ist mir aus der Grundvorlesung noch in sehr guter Erinnerung: # Frage: # Angenommen, es wäre 1 = 2, wie heißt dann der Papst? # # Antwort: # Da gibt es viele Möglichkeiten, z.B. dass der Papst Rosenthal heißt. # # Beweis: # Die Menge {Papst, Rosenthal} hat 2 Elemente. # Wenn 2 = 1 ist, hat sie nur ein Element. # Also ist Papst = Rosenthal. # Diese Schlussweise ist korrekt und illustriert das berühmte Prinzip "ex falso quodlibet", d.h., dass aus Falschem Alles folgen kann. Eine Feinheit sollte m.E. aber beachtet werden: Es wäre ein logischer Kurzschluss, einfach zu sagen: "Wenn 1 = 2, dann heißt der Papst Rosenthal wg. ex falso ...". Das ist ja nichts weiter als die Behauptung, dass "1 = 2" falsch ist. Der Reiz der obigen Beweisführung ist aber die /inhaltliche Verwendung/ der Prämisse "1 = 2". Ich komme wieder auf dies von mir im Juni 2025 hier in dsm diskutierte Thema zurück, weil ich gerade einen solchen ex-falso-Kurzschluss lesen durfte[1]: # Frage: # Angenommen, das Bild von [0,1) wäre tatsächlich (0,1], # was ist dann das Bild von (0,1]? # # Antwort: # Oh, da gibt es dann viele Möglichkeiten. Das Bild von (0,1] # kann in diesem Fall etwa ein nicht einfach zusammenhängender # reeller Banachraum sein. # Weil: Ex falso ... # Ich habe mich aber gefreut, dass mein Hinweis auf /inhaltliche Auseinandersetzung/ mit "Bild von [0,1) = (0,1]" begrüßt wurde: "Das ist im vorliegenden Kontext ein guter Einfall." Gruß, RR [1] Intervall um einen Punkt verschieben? // TH27 Geometrie HC, 04.03.2026 um 13:30 head: