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------------------------- GRUPPE: de.sci.mathematik FROM : MoebiusDATE : Thu, 16 Apr 2026 22:06:44 +0200 TEMA : Re: Bild und Abstraktion: Zeltstangen-Metrik --------------------------------------------- Am 16.04.2026 um 21:38 schrieb Moebius: > Inspiriert durch RRs "Zeltstangen-Metrik" möchte ich hier eine > "alternative Definition" für den Begriff der /Metrik/ formulieren. Das > Besondere dieser "alternativen" Begriffsbildung ist, dass hier die > Symmetrie schon in die "DNA" der Metrik eingebaut ist, man sie also > nicht mehr explizit "fordern" muss. Außerdem gibt es dann auch keine 2 > Varianten der "Dreiecksungleichung" mehr (siehe die entsprechenden > Postings zu dem Thema). (Andererseits verliert man auf die diese Weise > die Möglichkeit, eine Quasi-Metrik zu betrachten, indem man einfach die > Forderung der Symmetrie fallen lässt; aber darauf kommt es mir in diesem > Zusammenhang nicht an.) > > DEFINITION > > Sei X eine Menge. X* = {Y c X : 1 <= |Y| <= 2}. Eine Abbildung d: X* --> > IR heißt eine /Metrik/ auf X, wenn für alle x,y,z e X die folgenden > Bedingungen erfüllt sind: > > (M1) d({x,y}) >= 0 und d({x,y}) = 0 <=> x = y , > (M2) d({x,y}) <= d({x,z}) + d({y,z}) . Kürzer und näher an der von Herrlich gegebenen Definition wäre: (M1) d({x,y}) = 0 <=> x = y , (M2) d({x,y}) <= d({x,z}) + d({z,y}) . Da sieht dann auch (M2) eher wie die "übliche" Dreiecksungleichung aus. :-) Dass d({x,y}) >= 0 (für alle x,y e X) gilt, kann man immer noch aus (M1) und (M2) ableiten: (M2) geht für y = x über in: d({x,x}) <= d({x,z}) + d({z,x}) für alle x,z e X also, unter Berücksichtigung von (M1), in 0 <= d({x,z}) + d({z,x}) und das wiederum (wegen {x,z} = {z,x}) in 0 <= 2 d({x,z}) für alle x,z e X. Woraus folgt: 0 <= d({x,y}) für alle x,y e X. > d(M) heißt der Abstand der Punkte in M. > > ________ > > Es ist klar, dass es (wegen {a,b} = {b,a}) keinen Unterschied zwischen > d({a,b}) und d({b,a}) gibt/geben kann. Daher braucht man die "Symmetrie" > d({x,y}) = d({y,x}) nicht explizit zu fordern. Auch gibt es dann keine 2 > "Versionen" der "Dreiecksungleichung" mehr. Man kann d({x,y}) <= > d({x,z}) + d({y,z}) oder d({x,y}) <= d({x,z}) + d({z,y}) schreiben. (Ich > habe mich für die erste Variante entschieden.) > > Am 12.04.2026 um 02:05 schrieb Rainer Rosenthal: > >> * Man stelle sich folgendes Bild vor: >> Zeltstangen A und B werden in den Punkten x bzw. y in den Boden >> gesteckt und sollen oben im Punkt z das Zelt halten. >> >> Damit wird ein Dreieck mit diesen Seiten veranschaulicht: >> Zeltstange A = [x,z] >> Zeltstange B = [y,z] >> Grundseite C = [x,y]. >> >> Damit die Konstruktion möglich ist, darf Länge |C| nicht größer sein >> als die Summe der Längen |A| und |B|. >> >> * Abstraktion: >> Wir messen die Längen mit einer Funktion d: P x P -> R, wobei P die >> Menge der Punkte ist und R die reellen Zahlen bezeichnet. Dann ist |A| >> = d(x,z), |B| = d(y,z), |C| = d(x,y). >> >> Die Funktion d erfüllt folgende Bedingungen: >> 1. Positiv-Definitheit >> d(x,y) >= 0 für alle x, y in P mit Gleichheit nur für x = y >> 2. "Zeltstangen-Ungleichung" >> d(x,y) <= d(x,z) + d(y,z) >> >> Damit ist bereits eine Metrik definiert, weil die Symmetrie herleitbar >> ist: >> d(x,y) <= d(x,x) + d(y,x) = d(y,x). >> Ebenso: d(y,x) <= d(y,y) + d(x,y) = d(x,y), >> also d(x,y) = d(y,x) für alle x, y in P. >> >> Die Formulierung der Dreiecksungleichung als "Zeltstangen-Ungleichung" >> suggeriert keine Orientierung und erfordert darum keine Zusatzbedingung. >> >> Mit diesem Beitrag habe ich das Versprechen eingelöst, das ich am >> 09.04.2026 um 22:56 Uhr im Posting "Kurze Metrik-Definition (war: was >> ist eigentlich epsilon ?)" gegeben hatte. >> >> Rainer Rosenthal >> r.rosenthal@web.de >> >> >> >> > > -- Diese E-Mail wurde von Avast-Antivirussoftware auf Viren geprüft. www.avast.com head: