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num: 29428
------------------------- GRUPPE: de.sci.mathematik FROM : MoebiusDATE : Thu, 29 Jan 2026 18:49:03 +0100 TEMA : Re: Definition der reellen Zahlen --------------------------------------------- Am 29.01.2026 um 18:18 schrieb Moebius: > Am 29.01.2026 um 02:42 schrieb Moebius: >> Am 28.01.2026 um 21:21 schrieb Moebius: >>> Am 28.01.2026 um 03:37 schrieb Moebius: >>>> Am 28.01.2026 um 00:38 schrieb Thomas 'PointedEars' Lahn: >>>>> WM wrote: >>>>>> >>>>>> Im Brief an Lipschitz entfallen die Dubletten. >>>>>> Aber eine Formel zur Berechnung der Indizes in diesem Falle hat >>>>>> Cantor nicht. >>>>>> Er fragt im Brief danach. Also ist da eine Supertask angezeigt. >>>>>> >>>> Schwachsinn. >>>> >>>> Es gibt verschiedene (rein) mengentheoretische Möglichkeiten, um die >>>> _Existenz_ einer Bijektion von IN auf (erst mal nur) Q+ zu zeigen. >>>> (Und mindestens eine war offenbar schon Cantor bekannt.) >>>> >>>> Man konnte z. B. den Satz heranziehen, dass eine unendliche >>>> Teilmenge einer abzählbar unendlichen Menge ebenfalls abzählbar >>>> unendlich ist. >>>> >>>> Eine andere Möglichkeit wäre, dazu den Satz von Cantor-Bernstein- >>>> Schröder heranzuziehen: >>>> >>>> Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Satz_von_Cantor-Bernstein- >>>> Schr%C3%B6der >>>> >>>>> Wenn man die nachträglich entfernen muss, weil man Deine Formel >>>>> verwendet, dann ist das wohl so. >>>>> >>>> Nein, das ist nicht so. >> >> Lass Dir doch bitte nicht von Mückenheim den Verstand vernebeln. Es >> genügt, dass hier _ein_ Spinner (Crank) unterwegs ist. >> >> Also: >> >>> Beweis z. B. mit dem Dedekindschen Rekursionssatz. >>> >>> Um das mal im Detail zu zeigen, benötigen wir ein paar klar >>> definierte "Begriffe": >>> >>> Ein /Bruch/ ist ein geordnetes Paar natürlicher Zahlen: (a, b) (mit >>> a, b e IN). Aus historischen Gründen schreibt man dafür meist "a/b". >>> Wir wollen das hier auch so machen. >>> >>> Eine /pos. rationale Zahl/ ist eine "Äquivalenzklasse" äquivalenter >>> Brüche. (Was hier "äquivalent" bedeutet kann/muss >>> man natürlich noch genau angeben. Es ist hier aber -im Moment- nicht >>> wesentlich. Na gut: a/b ~ c/d <-> a*d = b*c.) >>> >>> So ist also z. B. {1/1, 2/2, 3/3, ...} eine pos. rationale Zahl. >>> >>> Jedes Element dieser Menge (also jeder Bruch in dieser Menge) ist ein >>> "Repräsentant" dieser pos. rationale Zahl. Eben darum schreibt man >>> oft so etwas wie: 1/1 = 2/2 = 3/3 = ... (wobei hier die Symbole >>> "1/1", "2/2", "3/3", ... die oben erwähnte Menge bezeichnen und nicht >>> die Brüche (die ja verschieden wären). >>> >>> Um diesem Umstand (for the sake of the argument) gerecht zu werden, >>> werden wir hier "a/b" mit a,b e IN _immer_ als _Bruch_ auffassen, >>> also als (a, b) und NICHT als pos. rationale Zahl. >>> >>> [a/b] soll nun die pos. rationale Zahl bezeichnen, deren Element a/b >>> ist. >>> >>> W i r schreiben also [1/1] = [2/2] = [3/3] = ... statt (wie üblich) >>> 1/1 = 2/2 = 3/3 = ... Und für uns sind /die Brüche 1/1, 2/2, >>> 3/3, ... "paarweise verschieden"; also z.B. 1/1 =/= 2/2 (weil (1, 1) >>> =/= (2, 2) ist). >>> >>> "Umgekehrt" wollen wir mit vgb(q) (wo e Q ist) den "vollständig >>> gekürzten Bruch" verstehen, der in q ist). (Es gibt, wie man sich >>> leicht überlegt, zu jeder pos. rationalen Zahl lediglich einen >>> solchen Bruch. (Statt von dem "vollständig gekürzten Bruch" spricht >>> man auch manchmal von der "kanonischen Darstellung" der pos. >>> rationalen Zahl, um die es geht.) >>> >>> Aus diesen Definition erhalten wir also z. B.: >>> >>> vbg([1/1]) = 1/1 >>> >>> vbg([1/2]) = 1/2 >>> >>> usw. >>> >>> Aber eben z. B. auch >>> >>> vbg([2/2]) = 1/1. >>> >>> ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ >> >> Cantor gibt nun eine bijektive Abbildung c von IN x IN auf IN an. Also >> de facto eine Abbildung von der Menge der Brüche auf die Menge IN: >> >> c(n, m) = m + (m + n - 1)(m + n - 2)/2 (für alle m,m e IN) >> >> Da es zu jeder Bijektion f eine Umkehrfunktion f^-1 gibt, hat auch c >> eine Umkehrfunktion, die wir d nennen wollen. >> >> d: IN --> IN x IN, d = c^-1. >> >> Diese Funktion d ist genau die FOLGE, die Mückenheim so gerne zitiert: >> >> d = (1/1, 1/2, 2/1, 1/3, 2/2, 3/1, 1/4, 2/3, 3/2, 4/1, >> 1/5, ...) >> >> Mit anderen Worten eine bijektive Abbildung von IN auf die Menge der >> Brüche. Damit ist gezeigt, dass die Menge der Brüche "abzählbar >> unendlich" ist. >> >> Lit.: https://de.wikipedia.org/wiki/ >> Cantorsche_Paarungsfunktion#Umkehrfunktion >> >> Was uns jetzt noch fehlt, ist der _Beweis_, dass auch die Menge der >> pos. rationalen Zahlen abzählbar unendlich ist. > > Dazu definieren wir erst einmal die Menge VGB der vollständig gekürzten > Brüche wie folgt: > > VGB = {vgb(q) : q e Q} . Alternative Definition: VGB = {b e Im(d) : Ei e IN(b = d(i) & vollst.gekürtzt(d(i))} . > Unser Problem ist, dass "die Abzählung" d nicht nur die Elemente in VBG > als Terme enthält, sondern darüber hinaus auch Brüche wie 2/2, 2/6, usw. > > Um diese "los zu werden", eliminieren wir die Indizes, die solche Brüche > "indizieren". Dazu definieren wir die Menge > > I = {i e IN : d(i) e VGB} . > > Diese enthält nur noch die Indizes der Terme der Folge d, die > vollständig gekürzte Brüche sind: > > I = {1, 2, 3, 4, 6, ...}. > > Alles was uns jetzt noch fehlt, ist eine bijektive Abbildung von IN auf I. > > Diese verschaffen wir uns mit Hilfe des Dedekindschen Rekursionssatzes > und den beiden Rekursionsgleichungen: > > | n(1) = min I > | n(k+1) = min {i e I : i > n(k)} (k e IN) > > Damit haben wir (wie man leicht zeigen kann) eine bijektive Funktion von > IN auf I definiert: > > n = (1, 2, 3, 4, 6, ...) > > Jetzt endlich können wir eine bijektive Abbildung von IN auf die Menge > der pos. rationalen Zahlen angeben (definieren): > > d': IN --> Q+, d'(k) = [d(n(k))] (für alle k e IN) . > > Geschafft! Die Menge der pos. rationalen Zahlen ist also abzählbar > unendlich. > > Auch wenn Mückenheim zu doof und zu blöde ist, um das zu verstehen: Wir > beziehen uns in der Mathematik nicht auf Supertasks, um irgendwas zu > beweisen. (Da Mückenheim von mathematischen Beweisen keine Ahnung hat, > kann er das natürlich nicht wissen.) > > Lit.: https://www.spektrum.de/lexikon/mathematik/rekursionssatz/8463 > >> . >> . >> . > > > -- Diese E-Mail wurde von Avast-Antivirussoftware auf Viren geprüft. www.avast.com head: