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num: 29371
------------------------- GRUPPE: de.sci.physik,de.sci.mathematik FROM : Thomas 'PointedEars' LahnDATE : Wed, 7 Jan 2026 02:14:10 +0100 TEMA : Kreuzprodukt (was: Reibung und Arbeit) --------------------------------------------- Thomas 'PointedEars' Lahn wrote: > [...] wenn es ein externes elektrisches Feld > E⃗ ≠ 0⃗ gibt, dann ergibt sich, falls v⃗(t) ∥ B⃗(x⃗, t):¹ > > F⃗(x, t) = q [(E⃗(x⃗, t) + v⃗(t) × B⃗(x⃗, t)] > = q [(E⃗(x⃗, t) + 0⃗] > = q E⃗(x⃗, t) > ≠ 0⃗. > > [... > ___ > ¹ Das folgt aus ||v⃗ × B⃗||_ = ||v⃗||_ ||B⃗||_ sin[∠(v⃗, B⃗ )]: > Falls v⃗(t) ∥ B⃗(x⃗, t), dann ∠(v⃗, B⃗ ) ∈ {0, π}; somit sin[∠(v⃗, B⃗ )] = 0 und > ||v⃗ × B⃗|| = 0. Aber der einzige Vektor, der die euklidische Norm 0 hat, > ist der Nullvektor 0⃗. Das folgt wiederum aus der Definition > des Standard-Skalarprodukts, welches diese Norm induziert. Das ist ein geometrischer Beweis unter der bekannten Annahme (mir fällt gerade nicht ein, wie man *das* beweisen könnte), dass die euklidische Norm des Kreuzprodukts gleich dem Flächeninhalt des von seinen beiden Operanden aufgespannten Parallelogramms ist: v⃗ × B⃗ ^ : : : : : : B⃗ _.-------------------------_. : _.-'' _.-'' : _.-' .' ||B⃗'|| A _.-' .' :.-'___.'___________________.-'___.' __ ||v⃗'|| v⃗ ||v⃗'|| |PE sin[∠(v⃗, B⃗)] = ||B⃗'||/||'B⃗|| ==> ||B⃗'|| = ||B⃗|| sin[∠(v⃗, B⃗)], cos[∠(v⃗, B⃗)] = ||v⃗'||/||B⃗|| ==> ||v⃗'|| = ||B⃗|| cos[∠(v⃗, B⃗)], ||v⃗|| = ||v⃗|| − ||v⃗'|| + ||v⃗'|| ==> ||v⃗ × B⃗|| =(!) A = ||v⃗|| ||B⃗'|| = ||v⃗|| ||B⃗|| sin[∠(v⃗, B⃗)]. Ich habe mir aber gerade überlegt, dass der Beweis auch relativ einfach algebraisch möglich sein *könnte*, falls das Kreuzprodukt dann invariant unter Rotationen *wäre*. Und tatsächlich *ist* es dann invariant nicht nur unter Rotationen, sondern anscheinend *allen* *linearen* Transformationen: Seien u := (u^1, u^2, u^3)^T, v := (v^1, v^2, v^3)^T, dann [u × v]^i = ε_ijk u^j v^k und [(R u) × (R v)]^i = ε_ijk R^j_m u^m R^k_n v^n, wobei R eine beliebig feste Rotationsmatrix ist und jeweils die Einsteinsche Summenkonvention verwendet wurde. Falls aber o. B. d. A. v^1 = s u^1 != 0 und u^2 = v^2 = u^3 = v^3 = 0, also u ∥ v, dann [u × v]^1 = u^2 v^3 − u^3 v^2 = 0, [u × v]^2 = u^3 v^1 − u^1 v^3 = 0, [u × v]^3 = u^1 v^2 − u^2 v^1 = 0, und [(R u) × (R v)]^1 = R^2_1 u^1 R^3_1 v^1 − R^3_1 u^1 R^2_1 v^1 = 0, [(R u) × (R v)]^2 = R^3_1 u^1 R^1_1 v^1 − R^1_1 u^1 R^3_1 v^1 = 0, [(R u) × (R v)]^3 = R^1_1 u^1 R^2_1 v^1 − R^2_1 u^1 R^1_1 v^1 = 0, weil es alles Skalare sind und diese kommutieren. [Man könnte auch einfach davon ausgehen, dass der Ergebnisvektor rotiert wird und das Ergebnis natürlich auch der Nullvektor ist; aber das wäre kein strenger Beweis. Entscheidend ist hier, dass in der Summe alle Terme verschwinden, die u^2, u^3, v^2 und v^3 als Faktor enthalten.] Wenn also das Kreuzprodukt zweier Vektoren, die (anti-)parallel zu einer Koordinatenachse (hier: der x^1-Achse) zeigen, der Nullvektor ist, so ist auch das Kreuzprodukt zweier Vektoren, die in eine beliebige gleiche Richtung (oder zwei entgegengesetzte Richtungen; dann wäre s < 0) zeigen, nämlich durch gleiche Rotation der ursprünglichen Vektoren entstehen, der Nullvektor. Die Komponenten von R waren aber beliebig fest, also gilt das nicht nur für Rotationen, sondern auch beliebige lineare Transformationen, also insbesondere auch Translationen, Streckungen/Stauchungen und Reflexionen. [Geometrisch ist das trivial, weil das Parallelogramm entartet bleibt, aber algebraisch erscheint es mir nicht trivial.] q.e.d. -- PointedEars Twitter: @PointedEars2 Please do not cc me. / Bitte keine Kopien per E-Mail head: